Informationen Hilfssystem

Der folgende Text beschreibt die Benutzung der LONDI-Diagnostikempfehlung und der LONDI-Förderempfehlung. Eine Erklärung des Kompetenzstufenmodells oder eine detaillierte Beschreibung der dem Hilfssystem zu Grunde liegenden Prozesse und Kriterien finden Sie in den anderen beiden Sektionen dieser Seite. Ein Informationsvideo zur LONDI-Screening App finden Sie hier. „Fachkräfte“ meint in den folgenden Texten Lerntherapeut*innen und Schulpsycholog*innen.

Allgemeine Nutzungsbedingungen

Bitte lesen Sie sich die allgemeinen Nutzungsbedingungen durch, stimmen Sie diesen zu und drücken auf „Start“ um fortzufahren. Bitte beachten Sie auch folgende Hinweise:

  • Die Nutzung des LONDI-Hilfssystems ist bei einem Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf „Lernen“ oder „geistige Entwicklung“ nicht empfohlen.
  • Bei Kindern mit Problemen im Hören, Sehen oder mit feinmotorischen Beeinträchtigungen sollten Sie vor der Nutzung des LONDI-Hilfssystems entsprechende Überprüfungen veranlassen.
  • Das LONDI-Hilfssystem kann die professionelle Abklärung auftretender Lernstörungen durch diagnostisch qualifiziertes Personal nicht ersetzen.

Funktionsweise

Auf dieser Seite wird der Ablauf des LONDI-Hilfssystem im Ganzen dargestellt. Beachten Sie, dass es für Fachkräfte auch möglich ist, von diesem Pfad abzuweichen und direkt eine Förderempfehlung auf Basis von Diagnostikergebnissen oder eigener Expertise zu erhalten.

Im oberen Bereich des Hilfssystems finden Sie eine „Navigationsleiste“. Der blaue Bereich markiert bei welchem Schritt Sie sich gerade befinden. Klicken Sie auf einen der Schritte, um diesen aufzurufen. So können Sie z.B. erneut Daten eingeben oder die Auswahl von Diagnostikempfehlung vs. Förderempfehlung verändern (siehe Beispiel)

Auswahl

Bitte wählen Sie hier aus, ob Sie eine Diagnostik- oder eine Förderempfehlung wünschen. Die Diagnostikempfehlung erfolgt entweder auf Basis des LONDI-Screenings oder auf Basis der Einschätzung einer Fachkraft. Auf dem Pfad der Diagnostikempfehlung durchlaufen Sie die folgenden Schritte: Eingabe der Screeningergebnisse; Diagnostikempfehlungen; Diagnostik Übersicht.

Die Förderempfehlung erfolgt entweder auf Basis einer durchgeführten Diagnostik oder auf Basis der Einschätzung einer Fachkraft. Auf dem Pfad der Förderempfehlung durchlaufen Sie die folgenden Schritte: Testauswahl; Eingabe der Testergebnisse; Förderempfehlungen; Förderung Übersicht.

Screeningergebnisse (Diagnostikempfehlung)

Bitte entscheiden Sie zuerst, ob Sie die Diagnostikempfehlung auf Basis des LONDI-Screenings oder Ihrer eigenen Einschätzung als Fachkraft erhalten wollen (Häkchen im Kästchen = eigene Einschätzung). In jedem Fall müssen Sie die Schulklasse des Kindes (1. – 6. Klasse) und den Abschnitt im Schuljahr (siehe unten) zum geplanten Testzeitpunkt angeben.

  • Anfang = Anfang des Schuljahres bis 6 Wochen vor Halbjahresende
  • Mitte = beginnend Halbjahresende bis 6 Wochen vor Schuljahresende
  • Ende = beginnend 6 Wochen vor Schuljahresende bis zum Schuljahresende

Zusätzlich geben Sie bitte an, ob das Kind Deutsch erst nach dem 3. Lebensjahr gelernt hat. Ein „Ja“ bedeutet, dass Deutsch als Zweitsprache angesehen werden kann. Bitte beachten Sie in diesem Fall die Hinweise zur Diagnostik.

Abschließend markieren Sie bitte die Felder auf der rechten Seite, bei denen Sie ein LONDI-Screening Ergebnis haben, und tragen die Ergebnisse anschließend in die Felder ein. Ein auffälliges Ergebnis wird im LONDI-Screening mit der Farbe Blau gekennzeichnet und legt in jedem Fall eine genauere Diagnostik und Förderbedarf nahe. Screening Ergebnisse die sich im Grenzbereich zwischen auffällig und unauffällig befinden werden mit Gelb dargestellt. Hier wird Ihnen die Entscheidung überlassen, ob Sie weitere Diagnostik durchführen möchten (Diagnostik erwünscht) oder nicht (Diagnostik unerwünscht). Ein durchschnittliches oder gutes Ergebnis wird mit grüner Farbe dargestellt und legt keine weitere Diagnostik nahe.

Bei einer eigenen Einschätzung markieren Sie bitte die Bereiche auf der rechten Seite, bei denen Sie Lernschwierigkeiten vermuten.

Diagnostikempfehlung (Diagnostikempfehlung)

Hier werden die vom Hilfssystem ermittelten Diagnostikempfehlungen dargestellt. Ein Klick auf das kleine Dreieck vor „Diagnostikempfehlung Lesen/Schreiben/Rechnen“ öffnet die jeweiligen Diagnostikempfehlungen.

Für jedes der ausgewählten Diagnostikverfahren werden folgende Informationen angezeigt: Name und Kürzel des Verfahrens, Namen der Autoren, Erscheinungsjahr der neusten Auflage des Manuals, Name des Verlages, Einzel und/oder Gruppentestung, Bearbeitungszeit und ob es sich um ein digitales und/oder ein Paper-Pencil-Verfahren handelt. Des Weiteren wird angezeigt, welche der Kompetenzstufen (für mehr Informationen siehe Kompetenzstufenmodell) durch ein Verfahren erfasst werden, wie groß die Normstichprobe war (1 – 4 Personen), in welchem Jahr die Normierung stattfand und eine sehr grobe Einschätzung der wissenschaftlichen Güte (1 – 3 Sterne). Die Einschätzung der wissenschaftlichen Güte basiert auf der Begutachtung der folgenden, für Diagostikverfahren zentralen, wissenschaftlichen Gütekriterien: Theoretische Grundlage, Objektivität, Reliabilität, Validität und Interpretationseindeutigkeit. Jedes dieser fünf Kriterien konnte hierbei mit „nicht erfüllt“, „teilweise erfüllt“ und „vollständig erfüllt“ bewerten werden. Die finale Einschätzung der wissenschaftlichen Güte ergab sich wie folgt:
• Zwei oder mehr der fünf Kriterien waren „nicht erfüllt“ = „nicht erfüllt“ (ein Stern)
• Ein oder kein Kriterium war „nicht erfüllt“ und maximal vier der Kriterien waren „vollständig erfüllt“ = „teilweise erfüllt“ (zwei Sterne)
• Alle fünf Kriterien waren „vollständig erfüllt“ = „vollständig erfüllt“ (drei Sterne)

Durch einen Klick auf das Dreieck vor dem Namen rufen Sie eine kurze Beschreibung des Verfahrens auf.

Größe der Normstichprobe pro Subgruppe (Mittelwert)

Wir empfehlen die Fertigkeiten des Kindes mindestens auf Kompetenzstufen 1 und 3 durch die Diagnostik ggfs. unter Zuhilfenahme verschiedener Verfahren zu erfassen. Es ist nämlich für eine erfolgreich ansetzende Förderung erforderlich abzuklären, ob die basalen Fertigkeiten (Kompetenzstufe 1) und die ersten Fertigkeiten (Kompetenzstufe 3) bereits beherrscht werden oder noch aufgebaut werden müssen. Für die spätere Nutzung der LONDI-Förderempfehlung auf Basis von Diagnostikergebnissen ist es deshalb erforderlich, dass Test-Ergebnisse zu Kompetenzstufe 1 und 3 vorliegen.

Wenn Sie eine Übersicht ausdrucken oder speichern möchten, klicken Sie bitte auf „Weiter zur Übersicht“. Bevor die Übersicht angezeigt wird, werden Sie gebeten Ihre Nutzererfahrungen mit dem LONDI-Hilfssystem in einem kurzen Fragebogen zu bewerten. Wir würden uns freuen, wenn Sie sich einmal die Zeit nehmen, diesen auszufüllen und uns damit zu helfen, das LONDI-Hilfssystem zu verbessern.

Diagnostik Übersicht (Diagnostikempfehlung)

Hier finden Sie eine Übersicht aller Daten, die Sie für diesen Fall eingegeben haben und die dazugehörigen Empfehlungen der LONDI-Diagnostikempfehlung. Durch Klicken auf „Übersicht als PDF speichern“ können Sie Ihre Ergebnisse entweder ausdrucken oder speichern. Abhängig von Ihrem Internet Browser öffnet sich ein neues Fenster mit Druckeinstellungen. In dem Feld zur Druckerauswahl, können Sie alternativ auch „Als PDF drucken“ auswählen.

Sollten Sie Ihre Eingaben überarbeiten wollen, können Sie über die Navigationsleiste zu einem vorherigen Schritt zurückkehren. Über die Schaltfläche „Förderempfehlungen oder Diagnostik neu starten“ gelangen Sie zur Auswahl zwischen Diagnostik- und Förderempfehlung zurück und alle bisher eingegeben Daten werden gelöscht.

Testauswahl (Förderempfehlung)

Bitte entscheiden Sie zuerst, ob Sie die Förderempfehlung auf Basis von Diagnostikergebnissen oder Ihrer eigenen Einschätzung als Fachkraft erhalten wollen (Häkchen im Kästchen = eigene Einschätzung). In jedem Fall müssen Sie den Bildungsbereich in dem sich das Kind aufhält (Vorschule, Grundschule, Sekundarstufe) angeben.

Anschließend markieren Sie bitte die Bereiche auf der rechten Seite, bei denen Sie Diagnostikergebnisse haben und wählen das oder die durchgeführten Verfahren aus der Liste aus. Die ausgewählten Verfahren müssen mindestens die Kompetenzstufen 1 und 3 erfassen, um fortzufahren.

Bei einer Einschätzung markieren Sie bitte die Bereiche, bei denen Sie einen Förderbedarf festgestellt haben. Anschließend geben Sie bitte an, wie Sie den Förderbedarf des Kindes auf den einzelnen Kompetenzstufen einschätzen. Für eine Übersicht, welche Fertigkeiten wir den einzelnen Kompetenzstufen zugeordnet haben, nutzen Sie bitte die Tabellen auf der Seite zum Kompetenzstufenmodell. Sollten Sie einen Bereich ausgewählt haben, so müssen Sie auch die Felder aller dazugehörigen Kompetenzstufen ausfüllen. Während es für die Kompetenzstufen 2 und 4 die Möglichkeit gibt „keine Angabe“ zu machen, müssen Sie eine Einschätzung zu den Kompetenzstufen 1 und 3 eingeben, um fortzufahren.

Testergebnisse (Förderempfehlung)

Dieser Schritt ist erforderlich, falls Sie eine Förderempfehlung auf Basis von Diagnostikergebnissen vornehmen, und wird bei eigener Einschätzung automatisch übersprungen. Hier müssen Sie die ermittelten Diagnostikergebnisse eingeben. Angezeigt werden nur jene Untertests / Gesamtwerte von Diagnostikverfahren, die einer Kompetenzstufe zugeordnet werden konnten. Die Untertests und Gesamtwerte tragen dieselben Bezeichnungen, die im Testmanual benutzt werden. Bitte tragen Sie die Ergebnisse nur in Form von Prozenträngen ein, und beachten Sie den Bereich von 0 bis 100. Um mit der Förderempfehlung fortzufahren, muss mindestens ein Untertest- oder Gesamtergebnis aus den Kompetenzstufen 1 und 3 vorliegen.

Förderempfehlung (Förderempfehlung)

Hier werden die vom Hilfssystem ermittelten Förderempfehlungen dargestellt. Ein Klick auf das kleine Dreieck vor „Förderempfehlung Lesen/Schreiben/Rechnen“ öffnet die jeweiligen Förderempfehlungen.

Für jedes der ausgewählten Förderverfahren werden folgende Informationen angezeigt: Name und Untertitel des Verfahrens, Internetadresse über die das Verfahren bezogen werden kann, Namen der Autoren, Erscheinungsjahr des Verfahrens, Name des Verlages und für welche Jahrgangsstufen das Verfahren geeignet ist.

Die Reihenfolge in der die Verfahren angezeigt werden ist abhängig von ihrer Passung zum Förderprofil des Kindes und einer Bewertung des Verfahrens nach wissenschaftlichen Kriterien. Je weiter oben das Verfahren ist, desto besser schneidet es nach den gerade genannten Kriterien ab. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter „Wie das LONDI-Hilfssystem funktioniert“.

Wenn Sie eine Übersicht ausdrucken oder speichern möchten, klicken Sie bitte auf „Weiter zur Übersicht“. Bevor die Übersicht angezeigt wird, werden Sie gebeten Ihre Nutzererfahrungen mit dem LONDI-Hilfssystem in einem kurzen Fragebogen zu bewerten. Wir würden uns freuen, wenn Sie sich einmal die Zeit nehmen, diesen auszufüllen und uns damit zu helfen, das LONDI-Hilfssystem zu verbessern.

Förderung Übersicht (Förderempfehlung)

Hier finden Sie eine Übersicht aller Daten, die Sie für diesen Fall eingegeben haben und die dazugehörigen Empfehlungen der LONDI-Förderempfehlung. Durch Klicken auf „Übersicht als PDF speichern“ können Sie Ihre Ergebnisse entweder ausdrucken oder speichern. Abhängig von Ihrem Internet Browser öffnet sich ein neues Fenster mit Druckeinstellungen. In dem Feld zur Druckerauswahl, können Sie alternativ auch „Als PDF drucken“ auswählen.

Sollten Sie Ihre Eingaben überarbeiten wollen, können Sie über die Navigationsleiste zu einem vorherigen Schritt zurückkehren. Über die Schaltfläche „Förderempfehlungen oder Diagnostik neu starten“ gelangen Sie zur Auswahl zwischen Diagnostik- und Förderempfehlung zurück und alle bisher eingegeben Daten werden gelöscht.

Wozu das Kompetenzstufenmodell gut ist

Die Entwicklung von Diagnostik- und Förderverfahren für Kinder mit Lernschwierigkeiten erfolgt in der Forschung bisher weitgehend unabhängig voneinander. Während die Entwicklung von Diagnoseverfahren meist auf der Grundlage der zu erfassenden Fertigkeiten und Bildungsstandards erfolgt und einen normativen Leistungsvergleich mit einer Normstichprobe anstrebt, basiert die Mehrzahl evidenzbasierter Förderprogramme auf Entwicklungs- bzw. Stufen-Modellen des Erwerbs der entsprechenden Fertigkeiten, um die Lernentwicklung steigern zu können. Die verschiedenen Ansätze erschweren die inhaltliche Verknüpfung zwischen den Ergebnissen der Diagnoseverfahren und der Auswahl der im Einzelfall bestmöglichen Förderprogramme. Die Auswahl geeigneter Förderverfahren auf Grundlage der diagnostischen Ergebnisse ließ sich deshalb bisher nicht ohne Weiteres umsetzen.

Um diese Barriere zu überwinden, wurde für das LONDI-Hilfssystem ein generisches Kompetenzstufenmodell für die Bereiche Lesen, Rechtschreiben und Rechnen entwickelt, in dem die Fertigkeiten, die ein diagnostisches Verfahren erfasst, als auch die Fertigkeiten, die ein Förderprogramm trainiert, gleichsam eingestuft werden können. Damit wurde eine Zuordnung von diagnostisch erfassten Bedarfen und darauf abzielende Fördermöglichkeiten geschaffen. Das LONDI-Kompetenzstufenmodell orientiert sich an den weit verbreiteten Entwicklungsmodellen des Erwerbs schulischer Fertigkeiten, zu denen etwa die Stufenmodelle der Schriftsprachentwicklung von Frith (1985) und Ehri (1999) sowie die Entwicklungsmodelle des Erwerbs des Rechnens von Krajewski (2005; 2013) und Fritz, Ehlert und Leutner (2018) gehören. Diesen Modellen ist gemein, dass die Lernentwicklung sich beim altersgemäßen Fertigkeitenerwerb von einer Stufe mit basalen Kompetenzen über darauf aufbauenden Stufen mit zunehmend erweiterten, differenzierteren und automatisierten Kompetenzen vollzieht.

Vorgehensweise bei der Entwicklung des Kompetenzstufenmodells

Für die Festlegung der Kompetenzstufen wurden zunächst alle Übungen der Förderprogramme einzeln beschrieben, z. B. „Lautwahrnehmung“ oder „Silbengliederung“. Im nächsten Schritt wurden diese Inhalte dann einer von vier Kompetenzstufen zugeordnet, in diesem Fall der Kompetenzstufe 1: „Basiskompetenzen“. Die festgelegten Kompetenzstufen wurden so adaptiert, dass eine Zuordnung aller Übungen bzw. Förderkomponenten möglich war. In den beiden Bereichen Lesen und Rechtschreiben sind die ersten beiden Kompetenzstufen identisch, da die Basisfertigkeiten für beide Schriftsprachkomponenten vergleichbar sind (z. B. Buchstabenkenntnis). In den späteren Stufen wird hingegen zwischen Lesen und Rechtschreiben differenziert, da hier keine strikte Parallelität der Lese- und Rechtschreibentwicklung mehr vorliegt. In einem weiteren Schritt wurden auch die Skalen der diagnostischen Verfahren den Kompetenzstufen zugeordnet, wodurch eine Brücke von den Diagnostik- zu den Förderverfahren geschlagen wurde.

Die Inhalte der Kompetenzstufen sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst.

Generisches Modell der Kompetenzstufen für den Erwerb von Lesen, Schreiben und Rechnen

 

Kompetenzstufen-Modell Lesen
  Kompetenzstufen Inhalte 
1 Basiskompetenzen Lesen ·       Sprachwahrnehmung (akustischer Vergleich/ Wahrnehmung von gehörten Wörtern)

·       Lautwahrnehmung (Lautanalyse und -synthese)

·       Silbengliederung mündlich (Silbenanalyse und -synthese)

·       Laut-Buchstabe-/Buchstabe-Laut-Beziehung (Verknüpfung von isolierten Lauten und Buchstaben)

2 Erstes Lesen ·       Häufige Buchstabenkombinationen und Konsonantencluster (häufige Buchstabenkombinationen und Aufeinanderfolge mehrerer Konsonanten lesen)

·       Silben schriftlich (Silbenanalyse und -synthese schriftlich, Silben lesen)

·       Phonologische/phonografische Regelmäßigkeiten (einfache Wörter lesen, Fokus auf dekodierendem Lesen)

3 Lesen ·       Pseudowörter (nach geltenden Regeln erstellte, aber nicht existierende Wörter lesen)

·       Wortlesen (einzelne Wörter mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad lesen; Ganzwortlesen im Vordergrund)

·       Blitzlesen (nur kurz sichtbares Wort als Ganzes erfassen und lesen)

4 Angewandtes und flexibles Lesen ·       Satzlesen (Ganze Sätze lesen und verstehen)

·       Textlesen (mehrere Sätze hintereinander lesen und verstehen)

·       Metakognition (Strategien zum besseren Verständnis von Texten vermitteln)

 

 

 

Kompetenzstufen-Modell Schreiben
  Kompetenzstufen Inhalte 
1 Basiskompetenzen Schreiben ·       Sprachwahrnehmung (akustischer Vergleich/ Wahrnehmung von gehörten Wörtern)

·       Lautwahrnehmung (Lautanalyse und -synthese)

·       Silbengliederung mündlich (Silbenanalyse und -synthese)

·       Laut-Buchstabe-/Buchstabe-Laut-Beziehung (Verknüpfung von isolierten Lauten und Buchstaben)

2 Erstes Schreiben ·       Häufige Buchstabenkombinationen und Konsonantencluster (häufige Buchstabenkombinationen und Aufeinanderfolge mehrerer Konsonanten schreiben)

·       Silben schriftlich (Silbenanalyse und -synthese schriftlich, Silben schreiben)

·       Phonologische/phonografische Regelmäßigkeiten (einfache Wörter schreiben)

3 Schreiben ·       Orthographie (Rechtschreibregeln anwenden, Fokus auf Regeln und zu ergänzenden Lupenstellen)

·       Wörter schreiben/Grundwortschatz (einzelne Wörter schreiben)

·       Grammatik (Wortarten und Zeiten)

4 Angewandtes und flexibles Schreiben ·       Sätze schreiben (ganze Sätze werden diktiert)

·       Schreibschrift (Fokus auf Automatisierung der Schrift)

 

 

 

Kompetenzstufen-Modell Rechnen
  Kompetenzstufen Inhalte 
1 Basiskompetenzen Rechnen

 

·       Zahlwortabfolge und -kenntnis (Abfolge der Zahlen als gesprochene Zahlwörter)

·       Mengenverarbeitung (Unterschiede zwischen Mengen erfassen)

·       Zahl-Mengen-Verknüpfung (einer Menge die entsprechende Zahl zuordnen und umgekehrt)

·       Relationen (Mengen und Zahlen gemäß ihrer Anzahl zueinander sowie untereinander in Bezug setzen)

2 Erstes Rechnen ·       Teil-Teil-Ganzes-Konzept (Zahlen und Mengen in Teilmengen zerlegen und wieder zusammensetzen)

·       Objektgebundenes Rechnen (Rechnen mit dargestellten Mengen oder unter Zuhilfenahme von Objekten bzw. anschauliches Rechnen)

3 Rechnen ·       Nicht-objektgebundenes Rechnen (Rechnen nur mit Ziffern)

·       Aufbau Faktenwissen (Zahlenreihen systematisch trainieren, schnelle Aufgaben mit Zeitbegrenzung)

4 Angewandtes und flexibles Rechnen ·       Schriftliches Rechnen (für das jeweilige Alter komplexe, mehrschrittige Rechenaufgaben)

·       Textaufgaben (wenig Anleitung, Verstehen der Struktur einer Textaufgabe im Vordergrund)

·       Zahlenreihen (logisches Schlussfolgern mit Zahlen)

·       Umgang mit Maßeinheiten (Geld, Uhrzeit, Längenmaße)

·       Geometrie (Längen ausmessen, Längen vergleichen)

Wie das LONDI-Hilfssystem funktioniert:

 

Die LONDI-Bewertungsgrundlagen für Diagnoseverfahren und Förderprogramme

Während der Entwicklung des LONDI-Hilfssystems wurde eine umfassende Recherche, Dokumentation und wissenschaftliche Bewertung von diagnostischen Testverfahren und der Förderprogramme vorgenommen. Denn im LONDI-Hilfssystem werden ausschließlich wissenschaftlich qualitätsgeprüfte Test- und Förderverfahren empfohlen. Die Bewertungsergebnisse sind in einer Datenbank im LONDI-Hilfssystem hinterlegt und gehen in den Algorithmus zur individuellen Diagnostik- und Förderempfehlung ein.

Qualitätskriterien diagnostischer Testverfahren

Die Bewertung von Testverfahren anhand von wissenschaftlichen Qualitätskriterien bildet die Entscheidungsgrundlage für ihren Empfehlungsgrad im LONDI-Hilfssystem. Zur Aufstellung der Bewertungskriterien wurden folgende Quellen herangezogen:

• die Minimalstandards für diagnostische Tools des Projekts „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS-Transfer, 2021) und des niederländischen COTAN („Commissie Testaangelegenheden Nederland“) -Systems für die Beurteilung der Qualität psychologischer Tests (Evers, Sijtsma, Lucassen, & Meijer, 2010)
• die DIN SCREEN Checkliste zur Information über und Dokumentation von Instrumenten zur Erfassung menschlichen Erlebens und Verhaltens (Kersting, 2017)
• die S3-Leitlinien zur Diagnostik und Behandlung der Lese- und/oder Rechtschreibstörung (AWMF, 2015) und Rechenstörung (AWMF, 2018)

Die Bewertung der Testverfahren erfolgte auf Basis der Information aus den Testmanualen. Die Bewertungskriterien, die in LONDI umgesetzt wurden, umfassen die folgenden fünf Kategorien, wobei jeweils bewertet wurde, inwiefern die Kriterien erfüllt = [3 Sterne], weitgehend erfüllt = [2 Sterne] oder nicht erfüllt [1 Stern] waren:

1. Testgrundlage: Wurde das Diagnoseverfahren auf Grundlage einer evidenzbasierten Theorie bzw. in Bezug auf Lehrpläne / Bildungsstandards konzipiert = [3 Sterne] oder hat es keine solche anerkannte Basis = [1 Stern]?
2. Objektivität: Ist die Objektivität der Durchführung und der Auswertung gewährleistet? (Ja = [3 Sterne] oder nein = [1 Stern])
3. Reliabilität: Erfasst das Verfahren zuverlässig die Leistung? Die Bewertung wurde anhand der angegebenen Retest- oder Paralleltest-Reliabilitäten bestimmt (Reliabilitätswerte ab ≥ .85 = [3 Sterne]; zwischen >.70 und <.85 = [2 Sterne]; ab ≤ .70 = [1 Stern]). Wenn die Retest- oder Paralleltest-Reliabilität nicht angegeben wurde, wurde die interne Konsistenz (Cronbach’s Alpha) bewertet (Reliabilitätswerte ab ≥ .85 = [3 Sterne]; ab < .85 = [1 Stern]).
4. Validität: Misst der Test das, was er messen soll? Geprüft wurde, ob hinreichende Angaben der Inhalts- und Kriteriumsvalidität vorliegen (Ja = [3 Sterne] oder nein [1 Stern])
5. Interpretationseindeutigkeit:
• Normierungsmethode: Beinhaltet das Diagnoseverfahren Klassennormen? (Ja = [3 Sterne] oder nein [1 Stern])
• Stichprobengröße: Beruhen die Klassennormen auf einer ausreichend großen Normierungsstichprobe? Folgende Prüfkriterien wurden angewandt:
N ≥ 250 = [3 Sterne]; N ≥ 120 & < 250 = [2 Sterne]; M < 120 = [1 Stern] (Wyschkon & Esser, 2015)
• Aktualität der Normen: Sind die Normwerte ausreichend aktuell? Die Aktualität wurde wie folgt bewertet: Das Alter der Normen ist maximal 10 Jahre [3 Sterne], zwischen 10 und 15 Jahren [2 Sterne], 15 Jahre oder mehr [1 Stern].
Der Bewertungsschlüssel für die Einstufung der Interpretationseindeutigkeit ist so aufgesetzt, dass nur wenn alle drei Subkriterien mit [3 Sterne] bewertet wurden, das Ergebnis [3 Sterne] ist. Wenn mindestens eins der Subkriterien mit [1 Stern] bewertet wurde ist auch das Ergebnis [1 Stern]. In allen anderen Fällen ist das Bewertungsergebnis [2 Sterne]

Auf Basis der Bewertung dieser fünf Kategorien wurde anschließend eine Gesamtbewertung für das Testverfahren gebildet:
• [3 Sterne] = genügt vollkommen den Standards: [3 Sterne] in allen fünf Kriterien
• [2 Sterne] = genügt überwiegend den Standards: max. einmal [1 Stern]; max. zweimal [2 Sterne] mind. dreimal [3 Sterne])
• [1 Stern] = Kriterien nicht erfüllt: alle schlechteren Ergebnisse (diese Verfahren werden nicht von LONDI empfohlen)

Im Hilfssystem werden nur die Diagnoseverfahren empfohlen, die den Standards überwiegend oder vollkommen genügen.

Qualitätskriterien der Förderprogramme

In einer umfangreichen Recherche wurden zunächst alle Förderprogramme für Lesen, Schreiben und Rechnen erfasst, die auf dem Markt verfügbar sind. Es konnten mehrere Hundert Paper-Pencil-Programme, computerbasierte Programme und Förder-Apps identifiziert werden. Diese wurden in einem weiteren Schritt danach sondiert, ob sie die folgenden Basis-Eigenschaften erfüllen, die wir grundlegend an die Förderprogramme stellen:

  • deutschsprachiges und inhaltlich strukturiertes Material (d. h. keine reine Arbeitsblättersammlung)
  • überwiegend symptomspezifische Förderung (d. h. der Schwerpunkt liegt auf der Förderung der schulischen (Vorläufer-)Fertigkeiten selbst und nicht auf allgemeinen kognitiven Funktionen wie Konzentration oder Wahrnehmung, da wissenschaftliche Studien zeigen, dass eine wirksame Förderung schulischer Fertigkeiten symptomspezifisch sein sollte)
  • evidenzbasierte Wirksamkeit (die Wirksamkeit wurde in mindestens einer Evaluationsstudie belegt)

Um die Programme weiter wissenschaftlich bewerten und zu können, wurde angelehnt an das Bewertungssystem für diagnostische Testverfahren folgende fünf Bewertungskriterien erstellt:

  1. Wirksamkeit und Stabilität der erzielten Fördereffekte: Wir wirksam ist das Förderprogramm und bleiben die Fördereffekte auch langfristig erhalten?
  2. Wissenschaftliche Fundierung: Wurde das Förderprogramm nach wissenschaftlichen Erkenntnissen konzipiert?
  3. Durchführungsobjektivität: Lässt sich das Förderprogramm objektiv durchführen? Ist die Durchführung also unabhängig von der Person, die es anleitet? Zum Beispiel können eine genaue Anleitung oder auch ein automatisch ablaufendes Programm die Durchführung objektivieren.
  4. Nützlichkeit bzw. Angemessenheit der Gestaltung: Ist das Förderprogramm so gestaltet, dass eine sinnvolle Durchführung mit der Zielgruppe möglich ist? Ist es altersangemessen und inhaltlich adäquat gestaltet?
  5. Ökonomie für die Durchführenden: Ist das Verhältnis von Aufwand und Nutzen für die Durchführenden angemessen?

Für jeden Bereich werden 1, 2 oder 3 Sterne nach klar definierten Kriterien vergeben, sodass die Höhe der Punktsumme die wissenschaftliche Qualität der Förderprogramme anzeigt. Diese wissenschaftliche Qualität spielt eine Rolle bei der Erstellung der Rangfolge in der die Förderprogramme angezeigt werden (siehe unten).

Zuordnung zu den Kompetenzstufen

Damit das Hilfssystem in der Lage sein würde, zu den diagnostischen Testergebnissen passende Förderprogramme vorzuschlagen, war es in einem weiteren vorbereitenden Schritt notwendig, die Untertests der Diagnostikverfahren als auch die Aufgaben der Förderprogramme den vier Kompetenzstufen des Kompetenzstufen-Modells zuzuordnen. Es wurde also bestimmt, welche Kompetenzstufen durch ein Diagnostikverfahren erfasst werden, und welche Kompetenzstufen durch ein Förderprogramm gefördert werden.

Wie das LONDI-Hilfssystem eine individuelle Empfehlungsliste erstellt:

In LONDI wurden die Diagnostikverfahren und Förderprogramme zunächst hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Qualität beurteilt und dann entsprechend ihrer inhaltlichen Ausrichtung den vier Kompetenzstufen des Kompetenzstufenmodells zugeordnet. Somit gab es eine qualitative Beurteilung und eine inhaltliche Einstufung eines jeden Verfahrens. Dies ist die Basis für das LONDI-Hilfssystem, das in der Lage ist, individuell geeignete Diagnostikverfahren und Förderprogramme zu empfehlen. Die Darstellung für die Diagnostik- und Förderempfehlung erfolgt in Form von Tabellen mit darin aufgelisteten Verfahren. Die Verfahren selbst als auch ihre Reihenfolge wurden durch einen Algorithmus folgendermaßen berechnet:

Darstellung der Diagnostikempfehlung

Es werden in der Ergebnistabelle der Diagnostikempfehlung nur diejenigen Testverfahren angezeigt, welche die eingegebenen Suchdaten (Schuljahr, Testzeitpunkt, Leistungsbereiche) erfüllen. Die Reihenfolge, in der die Diagnostikverfahren angezeigt werden, richtet sich nach der Anzahl der Kompetenzstufen, die die Verfahren abdecken. Je mehr Kompetenzstufen ein Testverfahren erfasst, desto höher erscheint es in der Auflistung. Grundsätzlich erscheinen zudem nur Testverfahren, die die wissenschaftlichen Kriterien von LONDI überwiegend oder vollständig erfüllen. Die Reihenfolge der Auflistung hat jedoch keinen Zusammenhang mit der wissenschaftlichen Güte der Verfahren und stellt somit keine „wissenschaftliche Empfehlungsreihenfolge“ dar. Allerdings sind die Stichprobengröße, das Normierungsjahr und die von uns bewertete wissenschaftliche Güte leicht in der Tabelle abzulesen, sodass sie bei der Auswahl eines Testverfahrens einbezogen werden können.

Darstellung der Förderempfehlung

Auch in der Förderempfehlung werden in der Ergebnistabelle alle Förderverfahren angezeigt, welche die eingegebenen Suchdaten (hier Bildungsbereich und Testergebnisse bzw. Förderbedarfe) erfüllen. Die wissenschaftliche Güte der Förderverfahren bestimmt die Reihenfolge der dargestellten Programme ebenso wie die Passung zwischen den Förderbedarfen des Kindes und der Förderziele der Programme. Dazu wird auf Basis der eingegebenen Testdaten oder der Selbsteinschätzung des Förderbedarfs ein Förderprofil des Kindes nach dem Kompetenzstufenmodell erstellt. Dieses Profil zeigt an, auf welchen Kompetenzstufen das Kind Förderung benötigt. Das Förderprofil des Kindes wird anschließend mit den von LONDI erstellten Profilen aller in Fragen kommenden Förderprogramme verglichen und zusätzlich mit der jeweiligen wissenschaftlichen Güte der Förderprogramme verrechnet. Daraus wird eine Rangfolge abgeleitet, nach der die Förderprogramme aufgelistet werden. Die Förderprogramme der vorderen Plätze passen also am besten auf die Förderbedürfnisse des Kindes und weisen die höchste wissenschaftliche Güte auf. Interessierte Nutzer*innen können durch klicken auf das Infosymbol zusätzliche Informationen zu einem Förderprogramm abrufen.