Rechenstörung

Individuelle Förderung ist erforderlich, wenn ein Kind beim Erwerb des Rechnens massive Schwierigkeiten hat:

Wenn ein Kind in Mathematik deutlich hinter den Lernzielen der Klasse zurückbleibt, ist eine individuelle Förderung angezeigt. Die Wirksamkeit individueller Förderung ist i. d. R. umso größer, je frühzeitiger erkannt wird, ob ein Kind hinter den Lernzielen in Mathematik zurückbleibt und eine entsprechende individuelle Förderung einsetzt.

Zur ersten Überprüfung, ob ein Kind die Lernschritte in Mathematik gemeistert hat, eignen sich die „Diagnose-Checks“, die in den Lehrerkommentaren bzw. digitalen Unterrichtsassistenten der meisten einschlägigen Schulbücher für Mathematik in der Grundschule zu finden sind.

Zeigt ein Kind trotz mehrfacher didaktischer Wiederholung der Lerninhalte in den Diagnose-Checks keinen erkennbaren Lernfortschritt, ist eine individuelle Förderung angezeigt.

  • Bei Kindern, die individuelle Förderung erhalten, sollte regelmäßig überprüft werden, ob es zu einem Lernfortschritt kommt, die Förderung also wirksam ist. Bei Ausbleiben von Fortschritten ist zu überlegen, wie die Förderung angepasst werden kann.
  • Überprüfungen der Lernfortschritte in Mathematik sind mehrfach während eines Schulhalbjahres durchzuführen.
  • Zeigt ein Kind trotz individueller Förderung keine Lernfortschritte in den geförderten Inhalten, sollte überprüft werden, ob besondere Lernschwierigkeiten im Bereich der Mathematik vorliegen.

Trotz regelmäßiger gezielter Überprüfung kann es sein, dass Kinder mit besonderen Lernschwierigkeiten im Rechnen erst später auffallen. Dann sollte unverzüglich mit der Planung und Umsetzung individueller Förderung begonnen werden. Sollte ein Kind trotz individueller Förderung die Rechenprobleme nicht überwinden, ist zu prüfen, ob zusätzlich eine Lerntherapie für das Kind erforderlich ist. Dazu sind ggf. weitere Expert*innen aus den Bereichen der Schulpsychologie, der Sonderpädagogik, der Sozialpädiatrie oder der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie hinzuzuziehen.

Zeigt ein Kind im Vergleich zu seinen Klassenkameraden dauerhaft auffällig schwache Leistungen beim Rechnen kann eine Rechenstörung vorliegen.

Auffällig schwache Leistungen im Fach Mathematik können auf eine Rechenstörung hinweisen.

Anzeichen für eine Rechenstörung lassen sich oft schon zu Beginn des Fertigkeitenerwerbs beobachten und zeigen sich in unzureichend ausgebildeten mathematischen Basiskompetenzen und ausgeprägten und kontinuierlichen Rechenschwierigkeiten. Die allgemeine Lernfähigkeit ist nicht beeinträchtigt.

 

Beachtenswerte Anzeichen besonderer Lernschwierigkeiten in Mathematik

Besondere Lernschwierigkeiten in Mathematik fallen durch eine Vielzahl von Symptomen auf. Diese Anzeichen können jedoch unterschiedlich stark ausgeprägt sein und müssen nicht alle gleichzeitig vorliegen.

Logo LONDIFingerrechen ist kein unmittelbares Anzeichen einer Rechenstörung. Kinder nutzen am Anfang beim Rechnen ihre Finger als visuelles Hilfsmittel und Merkhilfe. Erst wenn sie ab Klasse 3 selbst bei leichten und bekannten Rechenaufgaben ihre Finger immer noch verwenden, kann dies auf Rechenschwierigkeiten hindeuten.

Im Jugend- und Erwachsenenalter können Personen mit Rechenstörung basale Rechenoperationen meist richtig lösen, die Effizienz beim Rechnen ist aber oft reduziert, d. h. Personen mit einer Rechenstörung brauchen oft deutlich mehr Zeit zum Lösen der Aufgaben als Personen ohne Rechenprobleme. Viele Erwachsene mit einer Rechenstörung berichten auch im Erwachsenenalter noch Probleme mit dem Einschätzen von Mengen und Größen (Einwohner in einer Stadt/Land), mit Rechnungen in großen Zahlenräumen, mit dem Einmaleins und mit Textaufgaben.

 

Beobachten erster Anzeichen einer besonderen Lernschwierigkeit in Mathematik

Achten Sie auf förderrelevante Anzeichen besonderer Lernschwierigkeiten in Mathematik zu Beginn eines jeden Schuljahres und fortlaufend während des gesamten Schuljahres.

Zur ersten Orientierung eignen sich Lernbeobachtungen und Lernproben, die das Ziel verfolgen, Anzeichen einer besonderen Lernschwierigkeit in Mathematik zu entdecken.

Im Gespräch mit dem Kind zu einer Rechenaufgabe kann herausgefunden werden, wie es denkt, welche Rechenstrategie es angewendet hat, und was es verstanden hat. Dazu eignen sich besonders W-Fragen, wie beispielsweise:

  • Wie hast Du das gerechnet?
  • Wie bist Du auf das Ergebnis gekommen?
  • Warum ist das so?
  • Wie hängt das mit Bekanntem zusammen?

Folgende Fragen helfen Ihnen dabei, erste Anzeichen von Problemen beim Rechnen zu erkennen:

Erste Anzeichen beim Rechnen

Kann ein Kind

  • verstehen, was „mehr oder weniger“ bedeutet und die Begriffe richtig verwenden?
  • „ein Vielfaches von“ oder „ein Teil von einer Gesamtzahl“ richtig einordnen?
  • die Größe einer Menge gut einschätzen?
  • Mengenunterschiede angemessen beurteilen?
  • unplausible Rechenergebnisse auf Nachfrage erkennen?

 

Feststellen besonderer Lernschwierigkeiten in Mathematik

Um den Schweregrad besonderer Lernschwierigkeiten im Rechnen und den individuellen Förderbedarf einzuordnen, empfiehlt sich eine Überprüfung durch standardisierte und normierte Testverfahren. Die Durchführung solcher Verfahren erfordert eine entsprechende Qualifikation.

  • Screenings (Screening), wie das von LONDI (siehe LONDI Hilfssystem), können bei einzelnen Kindern oder bei ganzen Klassen sehr ökonomisch durchgeführt werden. Schneidet ein Kind bei einem standardisierten und normierten Screening auffällig schlecht ab, so kann dies als erster Hinweis auf das mögliche Vorliegen besonderer Lernschwierigkeiten im Rechnen gewertet werden. Für eine Diagnose einer Rechenstörung reicht das Screening-Ergebnis allerdings nicht aus.
  • Schulleistungstests oder andere standardisierte Testverfahren sind zur Erfassung der Rechenleistung bzw. der Basiskompetenzen für eine vertiefte Diagnostik unerlässlich. Die Testverfahren sind umfangreicher als Screenings und schneiden dadurch in Bezug auf die einschlägigen psychometrischen Gütekriterien der Objektivität, Reliabilität und Validität besser ab. Wurde das LONDI-Screening durchgeführt, kann mithilfe des Unterstützungs- und Hilfssystems ermittelt werden, welche Testverfahren sich zur vertieften Diagnostik im Individualfall eignen.

 

Zusätzlichen Belastungen, die bei einer besonderen Lernschwierigkeit im Rechnen auftreten können

  • Vermehrtes Vorkommen von Selbstwertproblemen, eingeschränkter Motivation und Überforderung
  • Prüfungsangst, Zukunftsängste, Mathematikangst
  • Traurigkeit, sozialer Rückzug
  • Verstärktes Auftreten von psychosomatischen und psychischen Belastungen, wie Kopf- und Bauchschmerzen, Übelkeit
  • Aufmerksamkeitsstörungen
  • Unruhiges, impulsives Verhalten
  • Probleme im Sozialverhalten

Logo LONDIZur weiteren Abklärung möglicher Zusatzprobleme ist den Eltern zu empfehlen, einschlägige Expert*innen (z. B. Kinder- und Jugendlichenpsychiater*innen und –psychotherapeut*innen) zu konsultieren. Bei der Suche nach Hilfsangeboten ist der Kontakt zur Schulpsychologie hilfreich. Die Schulpsychologie kennt sich mit den lokalen bzw. regionalen Gegebenheiten aus und können Empfehlungen aussprechen, ob und welche medizinischen und/oder therapeutischen Einrichtungen, wie z. B. Beratungsstellen, sozialpädiatrische Zentren, Therapeut*innen oder Ärzt*innen geeignete Hilfen anbieten.

Individuelle Förderung ist erforderlich, wenn ein Kind beim Erwerb des Rechnens massive Schwierigkeiten hat.

Idealerweise werden in der individuellen Förderung vier Schritte durchlaufen:

(1) Beobachtung und Diagnostik

(2) Förderplanung

(3) Durchführung

(4) Evaluation

Wenn besondere Lernschwierigkeiten im Rechnen festgestellt werden, ist individuelle Förderung obligatorisch. Ein individueller Förderplan ist die Grundlage dafür.

Ein üblicher erster Schritt ist dabei die Wiederholung der didaktischen Schritte aus dem Klassenunterricht. Dies reicht bei besonderen Lernschwierigkeiten nicht aus. Stattdessen müssen fehlende grundlegende Fertigkeiten aufgearbeitet werden und oftmals zu besonderen Fördermaßnahmen (z. B. Förder-Trainings) gegriffen werden. Deshalb ist es wichtig, von Anfang an den Lernzuwachs zu überprüfen.

Bleibt ein angemessener Lernzuwachs aus, ist mit Hilfe weiterführender Diagnostik zu klären, ob und welche zusätzliche außerschulische Lerntherapie notwendig ist, oder aber ob eine andere Anpassung des Förderplans indiziert ist.

Wichtig ist, dass durchgehend evaluiert wird, ob die erhofften Wirkungen der individuellen Förderung eintreten. Für diesen Zweck ist eine standardisierte und normierte Lernverlaufsdiagnostik besonders gut geeignet, die bisher im deutschen Sprachraum allerdings nur sehr begrenzt verfügbar ist.

Bewährt haben sich auch systematische Lernbeobachtungen, bei denen beispielsweise in standardisierter Form Rechenfertigkeiten und das Rechenverhalten der Kinder dokumentiert wird. Die Ergebnisse der Lernbeobachtungen sowie der Lernverlaufsdiagnostik sollten genutzt werden, um zu beurteilen, ob der Förderplan angemessen ist oder ggf. angepasst werden muss.

Die Einhaltung der folgenden Prinzipien hat sich als positiv für die Wirksamkeit individueller Förderung in der Schule erwiesen:

    • Eine individuelle Förderung ist am effektivsten, wenn sie
      • bei den grundlegenden Schwierigkeiten des Kindes im Rechnen ansetzt
      • kleinschrittig ist
      • auf einen Förderschwerpunkt fokussiert
    • Kinder profitieren von einem direkten und konkreten positiven Feedback, weil das der Motivation und dem Selbstwert des Kindes zugutekommt.
    • Kindern mit besonderen Lernschwierigkeiten in Mathematik profitieren von einer strukturierten und direkten Instruktion, bei der eine Rechenfertigkeit nach der anderen geübt wird.
    • Vorrangig ist darauf zu achten, dass die Rechenoperationen verstanden sind und das Zahlenverständnis gegeben ist. Dazu sind didaktisch geeignete Materialien zu verwenden.
    • Tägliche Wiederholungen von Rechenaufgaben (z. B. von Rechenoperationen im Zahlenraum bis 10) sind effektiv, weil sie die Automatisierung fördern und damit das Arbeitsgedächtnis entlasten. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass die Rechenoperationen verstanden worden sind, bevor sie automatisiert werden (s.o.).
    • Es wird empfohlen, das Kind beim Bearbeiten mathematischer Anforderungen laut denken zu lassen, um ineffektive Lösungswege zu identifizieren. So kann Förderung direkt an den dabei erkannten Problemen ansetzen.
    • Funktionstrainings, etwa der visuellen oder auditiven Wahrnehmung, führen nachweislich nicht dazu, dass Rechenschwierigkeiten überwunden werden.
    • Da überzufällig häufig besondere Rechenschwierigkeiten und Aufmerksamkeitsprobleme gleichzeitig vorkommen, sind unter Umständen auch Aufmerksamkeitstrainings ergänzend indiziert.

Förder- und Hilfsmaßnahmen, die innerhalb und außerhalb der Schule zur Verfügung stehen, um ein Kind mit besonderen Rechenschwierigkeiten zu fördern

In jedem Bundesland gibt es Erlasse zum Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Rechnen. In darauf aufbauenden Handreichungen finden sich oftmals sehr konkrete Förderhinweise. Obwohl die Diagnostik und Förderung in der Verantwortung der Schulen liegen, wird auch auf außerschulische Hilfsmöglichkeiten hingewiesen.

Schulische Förder- und Hilfsmaßnahmen:

Spezifische schulische Förderangebote werden in Abhängigkeit von den jeweiligen Regelungen der Bundesländer umgesetzt. Grundsätzlich lassen sich drei Arten von schulischen Maßnahmen unterscheiden: Individuelle Unterstützung, Nachteilsausgleich und „Notenschutz“. Sie sind auf höchstens ein Schuljahr beschränkt und müssen für jedes Schuljahr neu geplant und/oder genehmigt werden.

 

(1) Individuelle Unterstützung:

Maßnahmen der individuellen Unterstützung beziehen sich auf die Gestaltung des Unterrichts, welcher an die Bedarfe des Kindes ausgerichtet wird.

  • Förderplan: Um eine individuelle Unterstützung zu planen und den Erfolg der durchgeführten Maßnahmen überprüfen zu können, wird ein Förderplan erstellt. Dieser enthält die Förderziele und die Lehr- und Fördermethoden, die für die Zielerreichung umgesetzt werden sollen. Außerdem wird im Förderplan im Verlauf evaluiert, ob die Ziele anhand der Maßnahmen erreicht werden konnten oder Anpassungen notwendig sind.
  • Förderbezogene Diagnostik: Die Förderung baut auf einer Lernstands- und Lernverlaufsdiagnostik auf. Die Ergebnisse werden im Förderplan festgehalten. Die bundeslandspezifischen schulpsychologischen oder sonderpädagogischen Diagnostik- und Förderinstanzen können in Einzelfällen beratend zur Seite stehen.
  • Binnendifferenzierende Maßnahmen (auch: innere Differenzierung): Eine individualisierte Förderung wird umgesetzt, indem der Unterricht (z. B. das Unterrichtsmaterial) an das Leistungsniveau des Kindes angepasst wird. Dabei wird an die vorhandenen Kompetenzen des Kindes angeknüpft. Der gewählte Schweregrad von Anforderungen sollte dabei vom Kind zu bewältigen sein, um Erfolgserlebnisse zu ermöglichen. Maßnahmen dieser Art sind bei Vorliegen einer Rechenstörung allerdings allein nicht ausreichend.

Folgende binnendifferenzierende Maßnahmen sind möglich:

  • Methodisch-didaktische Hilfen
    • Anpassen des Schwierigkeitsniveaus des Unterrichts und der Hausaufgaben an den Lernstand des Kindes
    • Reduzierung des Aufgabenumfangs
    • Anregungen für das häusliche Lernen
    • motivierende Maßnahmen durch Erfolgserlebnisse
    • das Gewähren zusätzlicher Pausen
  • (Technische) Hilfsmittel
    • Verwenden eines Rechenschiebers oder Taschenrechners
    • Hinzuziehen von Lern- und Förder-Apps
    • Nutzung von Veranschaulichungsmaterialien
  • Äußere Differenzierung (Förderkurse): Eine Förderung in Kleingruppen von Kindern mit möglichst vergleichbaren Schwierigkeiten wird klassen- und gelegentlich jahrgangsübergreifend umgesetzt und kann parallel und zusätzlich zum Regelunterricht stattfinden. Anders als im Regelunterricht, der sich am Curriculum orientiert, werden in den Kursen individuelle Wissens- und Fertigkeitslücken aufgearbeitet, um Lernlücken zu schließen.

 

(2) Nachteilsausgleich:

Maßnahmen des Nachteilsausgleichs beziehen sich auf die Bewertung der Rechen- bzw. Mathematikleistungen. Der Nachteilsausgleich ist dazu gedacht, während der Prüfungssituation einen bestehenden Lern- und Leistungsnachteil zu kompensieren. Dabei wird nicht von den allgemein gültigen Bewertungsmaßstäben abgewichen. Ein Nachteilsausgleich darf nicht im Zeugnis vermerkt werden und bedarf in der Regel der Zustimmung der Klassenkonferenz und Schulleitung. Der Nachteilsausgleich kann über das Fach Mathematik hinaus auch in anderen Fächern (z. B. in naturwissenschaftlichen Fächern) gewährt werden.

(3) „Notenschutz“:

Wenn Maßnahmen der individuellen Unterstützung und des Nachteilsausgleichs nicht ausreichen, können weitere Maßnahmen ergriffen werden, die umgangssprachlich als „Notenschutz“ bezeichnet werden. Beim „Notenschutz“ wird bei der Leistungsbewertung zeitweise von den allgemein gültigen Bewertungsstandards abgewichen wird. Er dient dazu, die Lernmotivation und das Selbstkonzept des Kindes zu wahren und den Leistungsdruck zu verringern.

Die Entscheidung über das Gewähren und die Umsetzung von Notenschutz ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Nach derzeit gültigen KMK-Empfehlungen wird im Falle von besonderen Rechenschwierigkeiten kein Notenschutz nach der Grundschulzeit gewährt. Wenn der Einsatz möglich ist, ist er zeitlich begrenzt und bedarf mindestens der Zustimmung der Klassenkonferenz und Schulleitung. Oftmals gelten genaue Regelungen dafür, ab welchem Schweregrad und ab welcher Dauer des Leistungsversagens von den allgemeinen Bewertungsrichtlinien abgewichen werden darf. Das zeitweise Abweichen von den allgemein gültigen Leistungsstandards wird im Zeugnis vermerkt.

Folgende Beispiele des „Notenschutz“ sind möglich:

  • Befreiung von der Benotung bei bestimmten Formen der Leistungsbewertung und Erteilen einer verbalen, die Anstrengung und den Leistungsfortschritt widerspiegelnden Einschätzung
  • Kompensation bestimmter Formen der Leistungsbewertung durch andere Formen der Bewertung
  • Leistungsbewertung in den betroffenen Bereichen befristet modifizieren, z. B. inhaltlich reduzieren oder aussetzen

 

Außerschulische Maßnahmen:

  • Diagnostik von Lernstörungen: Niedergelassene Kinder- und Jugendlichenpsychiater*innen und –psychotherapeu*innen sowie einige Beratungsstellen bieten diagnostische Untersuchungen zur Überprüfung des Vorliegens einer Rechenstörung an, die sich an dem Klassifikationssystem (ICD-10) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) orientiert und somit rechtlich anerkannt ist.
  • Lerntherapie: Speziell ausgebildete Lerntherapeut*innen können in einer Einzelförderung intensiv auf die Förderung der mathematischen Kompetenzen eingehen. Die Kosten müssen die Eltern jedoch selber tragen. Eine Kostenübernahme durch das Jugendamt kann gewährt werden, wenn durch die Lernschwierigkeiten die seelische Gesundheit bedroht und die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist (Eingliederungshilfe nach SGB VIII §35a). Die Handhabung dieses Rechtsanspruches ist äußerst unterschiedlich (siehe Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII). Unter anderem muss eine Rechenstörung nach ICD-10 diagnostiziert worden sein. Beim örtlichen Jugendamt können die lokalen Umsetzungsschritte für das Geltenmachen dieses Rechtsanspruchs erfragt werden. Empfangen die Eltern Sozialleistungen, ist zudem eine Beantragung der Kostenübernahme über das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales möglich.
  • Elternarbeit und häusliches Lernen: Regelmäßige Elterngespräche über die Lernentwicklung und Lernschwierigkeiten, über die im Unterricht angewendeten didaktischen Methoden und über Möglichkeiten des häuslichen Übens.